Cloud skaliert Auswertung, nicht Erfassung
Shownotes
In diesem Gespräch stellt Dr. Roland Ruppel von der WISAG Produktionsservice GmbH seinen Workshop vor, den er beim AFSMI Chaptermeeting in Kaiserslautern moderieren wird. Im Mittelpunkt steht die These, dass digitale Lösungen oft an der Erfassung scheitern – nicht wegen fehlender Tools, sondern wegen Datenqualität, Motivation und Führung. Er spricht mit Kai Altenfelder darüber, warum Instandhaltungsteams Dokumentation oft als Zusatzlast erleben, wie Führungskräfte Anreize und Wertschätzung besser gestalten können und warum Workshops helfen, diese Fragen gemeinsam praktisch zu reflektieren.
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00:00:12: Hallo Roland, magst du dich kurz vorstellen?
00:00:20: Hallo mein Name ist Roland Ruppel.
00:00:22: Ich bin als Produktmanager in Standhaltung bei der Visak Produktion Service Gameware angestellt und unterstütze von der Zentrale aus die verschiedenen Niederlassungen in ihren Tätigkeiten gerade in diesen Bereichen.
00:00:36: Roland wir sprechen heute miteinander weil Du auf unserem Chapter Meeting bei Ampolis im November kaiseslautern Ein Workshop moderieren wirst.
00:00:43: Und der Titel deines Workshops ist ungewöhnlich und macht neugierig, klautskaliert Auswertung nicht Erfassung.
00:00:49: Was steckt dahinter?
00:00:50: Wie bist du auf diesen Gedanken gekommen?
00:00:52: Der Gedanke ist die Digitalisierung ist heute in aller Munde.
00:00:56: alle benutzen Tools, alle reden über Tools und über Werkzeuge und Software.
00:01:01: Das ist nicht mehr das Problem heute.
00:01:03: Das Problem ist dass eben viele in der Anwendung die Datenqualität einfach nicht haben, die zu einer sinnvollen Digitalisierung führen.
00:01:11: Warum glaubst du, lohnt es sich stattdessen mal den Blick auf die Menschen vor Ort zu richten?
00:01:15: Weil da die Daten entstehen.
00:01:17: Also in meinem Maschinenbaustudium hat man irgendwann gelernt zurück zur Basis also immer dahin wo die Sache herkommt und die Daten werden zum Teil durch System erzeugt.
00:01:28: natürlich das funktioniert auch leidlich gut.
00:01:31: aber diese Daten zu bewerten, zu beurteilen das machen die Menschen und die geben auch entsprechend Informationen weiter oder eben nicht Und eben diese Qualifikation dazu.
00:01:43: Das ist das, was nachher die Qualität eines Produktes oder die Effektivität eines Produktes in einer Software ausmacht und deswegen glaube ich es ist einfach wichtig da nochmal den Blick hinzuleiten weil jetzt möchte ich nicht zu viel schon vorab spoilern.
00:02:00: aber Ich denke wir müssen auch darum uns darüber Gedanken machen warum Menschen vielleicht nicht so gut dokumentieren oder eingeben, wie wir uns das alle eigentlich wünschen und für uns als normal gelten würden.
00:02:15: Ich nehme an du spielst ein bisschen auch auf implizites Wissen und kontextbezogenes Wissen an also die Dinge, die normalerweise nicht dokumentiert werden?
00:02:22: Ja genau!
00:02:22: Und auch... Wir erwarten dass die Leute natürlich ja in ihrer Aufgabenstellung.
00:02:26: bei einem Instandhalter ist die Aufgabenstellungen natürlich.
00:02:29: er muss das dokumentieren was sie gemacht hat letzten Endes damit man eine Abrechnung stellen kann oder mit den Kosten erfasst sind auch zum Teil Inhalte erfasst sind, aber seien wir ehrlich das ist nicht der Grund dafür er bezahlt wird.
00:02:43: Wir erwarten von einem Enstandhalter du musst Tickets schließen, du musst Aufgaben lösen, du muss gucken dass die Maschine läuft und was davon genau ist jetzt?
00:02:51: Du kriegst Geld dafür dass du eine gute Dokumentation machst Was du gemacht hast.
00:02:56: außerdem was hat er davon?
00:02:57: Er erstellt ein Dokument, oder dokumentiert etwas sehr ausführlich.
00:03:01: Es beschreibt was er gemacht hat wie es zum Erfolg geführt hat.
00:03:04: den Erfolg dafür erntet nachher ein ganz anderer in der Kette nämlich der als nächstes das über das gleiche Problem stolpert.
00:03:11: Der hat dann viel einfacher wird vielleicht noch belohnt weil er nur die Hälfte der Zeit gebraucht hat.
00:03:16: und das sind glaube ich die Themen die uns im Moment noch ein Stück weit in der Digitalisierung auch im Wege stehen.
00:03:22: Wenn ich deine Tee, also jetzt dein Statement richtig verstehe sagst du also dass die größte Herausforderung nicht unbedingt technische Natur sind sondern in der Führung klingt.
00:03:30: Was heißt das für Führungskräfte und Leute die im Service Verantwortung tragen?
00:03:34: Sich genau diese Fragen mal zu stellen ist so banal das klingt... Also bei mir hat es ja auch lang genug gedauert, bis mir das mal irgendwie bewusst geworden ist.
00:03:45: Was passiert hier eigentlich?
00:03:46: Wieso machen die Leute nicht das was ich eigentlich erwartet hätte.
00:03:48: Wieso steht in den Serviceberichten nicht dass drin womit ich etwas anfangen kann und die Erklärung des letzten Endes immer ganz einfach sagt mir woran du mich misst und ich sage dir wie ich mich verhalte?
00:04:00: Und so funktioniert die Welt.
00:04:03: da müssen wir einfach darauf eingehen dem Menschen auch seine Wertschätzung wieder dorthin zu legen und das mitzubewerten, wie die Qualität seiner Arbeit in diesem Bereich ist.
00:04:14: Das haben wir bisher nicht gut genug
00:04:16: leuchtet.".
00:04:20: Eine dieser Beobachtungen ist eben auch, dass wir es manchmal den Menschen nicht leicht genug machen.
00:04:27: Einfach praktikabel zu dokumentieren und praktikal aufzuschreiben.
00:04:29: Wie kriegt man das hin?
00:04:30: Was glaubst du?
00:04:30: Wir wollen aussagekräftige Daten, aber gleichzeitig für die Leute einfach machen.
00:04:34: Wie bekommt man diesen Spagat hin?
00:04:36: Auf der einen Seite muss man sich mit den Leuten natürlich zusammensetzen.
00:04:38: was ist jetzt für sie wirklich wichtig?
00:04:40: also was befähigt Sie dazu durch eine gute Dokumentation vielleicht bei einem Wiederholungsfall schnell die richtigen Handgriffe zumachen oder die richtige Lösung zu finden und das eventuell zu standardisieren in gewisser Weise, dass man Formularvorlagen hat die vielleicht nur wo Stichbeute drinstehen sag was zudem sage was zudehm sage was zu dem.
00:05:01: ich könnte es per Sprache aufnehmen.
00:05:02: Die Sprache fühlt das Formular quasi automatisch ein Text-to-Speech text.
00:05:08: so in dieser Art und Weise denn wir müssen ja auch immer noch das Umfeld mit bedenken.
00:05:15: Techniker sind ja oder Instandhalter sind hier dafür die wollen ja schrauben Das ist ja deren Hauptgeschäft.
00:05:21: Tippen, Dokumentieren ist jetzt nicht so der Burner für die.
00:05:25: also das müssen wir einfach auch akzeptieren.
00:05:27: Das ist für sie ein lästiges Übel.
00:05:29: Das muss man aber halt machen und natürlich gerade solche technologischen Aspekte und Tools helfen da natürlich diese Hemspelle runterzusetzen.
00:05:39: dass man jetzt aber dann nicht irgendwie nur... Dass man trotzdem alle Informationen bekommt dazu braucht man vielleicht einen kleinen Leitfaden der möglichst schnell Ein Formular ausfüllt sozusagen, ohne dass der Mensch da direkt drin arbeitet.
00:05:54: Jetzt machst du bei uns ja keinen Vortrag sondern Workshop.
00:05:57: das heißt die Leute die zu dir kommen in den Workshop werden selber aktiv werden.
00:06:00: Warum glaubst Du ist es wichtig sich mit den eigenen Herausforderungen so auseinanderzusetzen also praktisch auseinandersetzen als einfach nur allgemein über Digitalisierung und Strategien zu diskutieren?
00:06:09: Ja weil das eine läuft mir im Kopf ab und das andere ist etwas.
00:06:11: man fühlt etwas plötzlich denn man macht sich auch.
00:06:15: Ich glaube in so einem Workshop, das ist der Vorteil von diesem Workshop.
00:06:19: Dass man sich in diese Situation hineinbegibt und sie anders erlebt als nur über einen Vortrag das runterriesen lässt und sagt ja habe ich ja verstanden es alles klar logisch fertig So ist die Welt halt nicht.
00:06:34: Also wenn ich es etwas erlebbar mache oder wenn man auch wirklich mal konkret vor die Frage stellt wird, was erwartest du eigentlich?
00:06:40: Was hier für Daten reinkommen und wieso soll der das machen?
00:06:43: Wer hatten eigentlich nachher was davon?
00:06:45: Dann macht man sich diese Dinge anders bewusst.
00:06:48: Und ich glaube dass dieses Erleben oder diese Spüren und dann natürlich in dem Austausch mit den anderen, dass man da eben nicht alleine ist sondern dass er quasi wahrscheinlich allen so geht mit... Das bringt diesen Mehrwert!
00:06:59: Da wird ein Merker gesetzt, aber ich erinnere mich da an was Das macht.
00:07:03: so ein Workshop aus meiner Sicht spannend.
00:07:06: Auch das erlebe ich ganz genauso und erinnere mich immer gerne an die Aussage von dem Geraltüter, vom Hirnforscher der im Zusammenhang mit Lenjoch mal gesagt hat Emotionen sind dünner fürs Gehirn und dieses Erleben glaube ich ist das Entscheidende dass dann auch sich setzten können.
00:07:19: Ja es ist für mich auf zum Punkt wenn die... Es ist ja auch immer die Frage macht man was falsch oder nicht falsch?
00:07:26: Das sind ja auch Erfahrungswerte die dann in so einem Workshop einfach unter Gleichgesinnten viel leichter ausgetauscht werden als wenn ich in meiner eigenen Organisation bin, wo ich dann als Vorgesetzter natürlich meinen Mitarbeiter nicht gegenüber mir teile.
00:07:38: Ich weiß gar nicht genau was du machst und wie du sich fühlst.
00:07:41: das wird man ja da nie austauschen aber eben in so einen Workshop im geschützten Rahmen Da kommen natürlich ganz andere Gespräche, aber da geht es nicht darum ob man das richtig oder falsch macht.
00:07:51: Sondern diese unterschiedlichen Aspekte einfach wahrzunehmen und dann entsprechend vielleicht Handlungsoptionen mitzubekommen.
00:07:57: wie kann ich damit umgehen?
00:07:58: Oder zu viel vorweg zunehmen!
00:08:00: Wer sollte an deinem Workshop teilnehmen und was macht das für denjenigen so interessant und spannend?
00:08:04: Was ist steckt für die Leute drin?
00:08:06: Also ich denke sind Instandhaltungsleiter, Abteilungsleitern je nach Größenorganisationsgröße auch der Geschäftsführer, der ja im Ende immer für alles an einem Schulden.
00:08:17: Es könnte hilfreich sein für diese Leute, weil sie sich mit dieser Fragestellung vielleicht mal auseinandersetzen und auch Inputs bekommen.
00:08:25: Auch durch die Kollegen nicht nur durch mich.
00:08:28: Diese Frage überhaupt zu beantworten, sich selber zu stellen und dann vielleicht auch Handlungsoptionen bekommen oder Handlungs Optionen herauskommen.
00:08:38: Die helfen?
00:08:38: Vielleicht kann ich das ein oder andere an der Stelle erleichtern und umsetzen.
00:08:43: Es hat sicherlich immer etwas damit zu tun, dass nachher... Organisationen mit angepasst werden muss.
00:08:48: Ich muss vielleicht, wenn ich eine Bewertung mit reinnehme... Wie heißt es so schön?
00:08:54: Ein Status ohne Geld ist eine Geste.
00:08:58: Geld ohne Status ist ne Zublage und die Wertschätzung kommt eigentlich erst durch Geld und Status.
00:09:03: Wenn ich das berücksichtigen möchte dann muss sich halt eigentlich meine Entlohnungssystematik auch überdenken.
00:09:10: Wie bewertig, wie gebe ich dem Mitarbeiter die Wertschätzung?
00:09:13: Dass er das macht was sich von ihm erwartet und was ich brauche.
00:09:16: Was der Organisation am Ende weiter hilft.
00:09:18: Und diese Entscheidung.
00:09:19: deswegen ist natürlich ein gewisses Entscheidungslevel an dieser Stelle schon hilfreich weil da kann ich dann diese Inputs setzen und natürlich auch helfen mit umzusetzen.
00:09:28: Das klingt alles sehr, sehr spannend!
00:09:30: Ich kann es kaum erwarten... Es ist ja noch ein bisschen hin bis wir unser Chapter Meeting bei Ampliös haben aber ich freue mich jetzt schon drauf.
00:09:36: Vielen Dank für den kurzen Einblick.
00:09:37: und bis zum November bis zum Chapter Meeting.
00:09:40: Ich bedanke mich, hat Spaß gemacht und ich freue mich auch drauf.
00:09:43: Bis dann!
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